Hebräer 7,11-28

 

I. Unterschiede zw. dem alten Bund / Priestertum und dem neuen Bund / Jesus

alter Bund / Priestertum

neuer Bund / Jesus

   

Abstammung des Priesters:

Priester mußten ihre Abstammung von Abraham lückenlos nachweisen; mußten zum Stamm Levi gehören und Nachkommen Aarons sein

Abstammung Jesu:

Jesus konnte seine Abstammung von Abraham auch nachweisen, aber

Jesus war Nachkomme Judas

Neues Priestertum nach der Ordnung Melchisedeks (siehe Anm.)

körperliche Makellosigkeit des Priesters:

durfte keine von 142 körperlichen Mägel besitzen (Lev. 21,16-23)

(Reinheit siehe Anm.)

war vollkommener Priester, Hoherpriester

unzerstörbares Leben

Priesteramt beruht nicht auf leiblicher Herkunft, sondern auf dem Wesen (innere Werte).

für den Hohepriester galten zudem strengere kultische Reinheiten:

× bei Tod der Eltern durfte er sich nicht kultisch verunreinigen

× kein Entblößen des Hauptes, kein Zerreißen der Kleider

× durfte keine Witwe oder Verstoßene heiraten, nur israelitische Jungfrau

 

Priesterweihe (zielt auf körperl. Reinheit):

× Reinheit durch Waschung mit Wasser

× priesterliche Kleidung

× Salbung mit Öl

× Besprengung mit Blut

Hinterher vorgeschriebene Waschungen und Ölungen, Haarschnitt

Jesus ist

× heilig (treu und gewissenhaft),

× unschuldig (kränkt niemanden)

× frei von allem Bösen

× unbefleckt

× unterlag keiner Sünde

× göttlich

Stellung des Priesters:

× Priester geht ins irdische Heiligtum ein.

× ohne Eid Priester geworden

× Priester nicht auf Dauer, Tod ereilt Priester

× Priester aufgrund von Ordnungen und Gesetzen

Stellung Jesu:

× Jesus ging in den Himmel selbst ein.

× Durch Eid Gottes bekräftigt.

× Priestertum besteht auf immer, unvergänglich nicht übertragbar

× Jesus ist Priester nach der Kraft des unzerstörbaren Lebens. Priestertum der Liebe. Das alte Priestertum wurde abgelöst. Dem levit. Priestertum überlegen.

Opferungen des Priesters:

× Priester mußte erst für seine eigenen Sünden opfern

× 1x im Jahr vollzog er die Opferhandlungen für das Volk am Versöhnungstag

× Opfertiere durften keinen Makel besitzen

× Jesus hatte dies nicht nötig; opferte sich für die Sünden aller Menschen; er war vollkommenes Opfer zur Sühnung der Sünde.

× Jesus war vollkommener Priester und vollkommenes Opfer in einem. (Anm.)

× Jesus allein kann den Weg zu Gott erschließen. Er hat ein für allemal unsere Sünden getragen und Versöhnung erlangt (keine Wiederholung erforderlich).

× unverletzlich, unantastbar

alter Bund:

× Einhaltung des Gesetzes

× Opferfrömmigkeit (durch Opfer wurde Gesetzesübertretung angeblich wieder gesühnt)

× Verlorengegangene Gemeinschaft mit Gott konnte auf diese Weise nicht wiederhergestellt werden.

× Freundschaft mit Gott steht offen, wenn Israel dem Gesetz gehorsam bleibt. Erfüllung nur durch Opferdarbringung durch den Priester möglich.

× basierend auf Gehorsam und Gerechtigkeit des Menschen

× alter Bund war vorläufig

neuer Bund:

× Jesus kann Zugang zu Gott verschaffen; dieser steht für alle Menschen offen.

× Jesus ist Bürge eines besseren Bundes (Kaution).

× basierend auf Liebe

× alter Bund und Priestertum wird in Christus abgelöst und erfüllt.

× Gewißheit der Vergebung der Schuld

× Ewiges Leben (siehe Anm.)

× Geschenk (siehe Anm.)

Stellung der Menschen zu Gott:

× Menschen haben zwischen sich und Gott eine Schranke errichtet. Sie sind ruhelos, bis sie wieder in Gott ruhen.

 

 

Anmerkungen

Melchisedek

× möglicherweise ein nicht (nur) menschliches Geschöpf Gottes (keine Eltern, kein Tod); vgl. Engel; vollkommener Priester; sein Name bedeutet "König der Gerechtigkeit", er ist der "König des Friedens". Kann keine Herkunft nachweisen.

 

Geschenk

× Der alte Bund ist auf Verdienst und Leistung aus, der neue Bund ist ein Geschenk, das ich nur annehmen kann. (Beispiel geschenkter Scheck)

 

Reinheit

× Die körperlicher Reinheit und Makellosigkeit des Priesters und des Opfers ist ein Abbild für die geistliche Reinheit und Makellosigkeit Jesu.

 

Wahrer Hohepriester und wahres Opfer

× Jesus ist der wahre H. und das wahre O., weil es bei ihm nicht auf Äußerlichkeiten beschränkt ist , sondern innerliche Reinheit da ist. Nur der wahre H. und das wahre O. kann uns auf Dauer von unserer Schuld und Unreinheit erlösen.

 

Tod und Sterben

× Sterben müssen wir alle, aber den Tod nicht schmecken. Jesus hat dem Tod die Macht genommen, er hat keine Macht mehr über die, die an Jesus glauben. Damit kann auch die Angst vor dem Tod weichen, die bei jedem Menschen vorhanden ist, der sich nicht der Erlösung vor dem Tod gewiß ist.

 

 

II. Auslegung

Der neue Bund durch Christus

Geschenk, Liebesangebot, beruht nicht auf Leistung, sondern auf Dankbarkeit (Bsp. eine Hand wäscht die andere).

Evtl. Überwindung des Todes.

 

Die neue Stellung in Christus

Im AT mußte immer wieder geopfert werden, um Vergebung zu erwirken (konnte diese Opferung wirklich Vergebung bewirken?). Jesus hat ein für allemal bezahlt. In ihm haben wir die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt (vgl. Ehe, Heirat eines Königs). Wir haben die Möglichkeit, ohne Unterbrechung in der Gemeinschaft mit Gott zu leben. In ihm dürfen wir den Sieg haben, auch über die Sünde (nicht sündenfrei, aber frei von der Macht der Sünde).

 

Das neue Leben aus Christus

Gesetz ist gut und heilig, aber der Mensch zu schwach und verkehrt, es zu erfüllen (Inhalt o.k. aber Verpackung schlecht). Wenn Christus in uns durch seinen Heiligen Geist lebt, können wir das tun, was Gott möchte. In der engsten Verbindung mit Christus wächst Frucht, die Gott verherrlicht (Bsp. pflanzen, gießen, wachsen, Frucht). Was unter dem Gesetz völlig unmöglich war, schenkt Gott im viel besseren Bund durch Christus.